Beichten versöhnt

Um das Sakrament der Buße oder Versöhnung richtig zu verstehen, ist vorab der Begriff „Sünde“ zu erklären. Sünde kommt von absondern. Gemeint ist damit eine aktive Trennung zwischen Geschöpf (Mensch) und dem Schöpfer (Gott), ein Ausbrechen aus dem Willen Gottes, ein selbstherrliches und egozentrisches Nein zum Schöpfer und seinen Weisungen.

Die Beichte bezeichnet einen liturgischen Vorgang, bei dem nicht nur der Mensch tätig wird, sondern auch Christus (verkörpert durch den Priester). Jesus gab seinen Jüngern den Auftrag und die Vollmacht allen die Bekehrung zu predigen, damit ihre Sünden vergeben werden (Lk 24,47).

Die Beichte ist eine persönliche Einladung zur Umkehr und Neubesinnung des eigenen Lebens. Eine Beichte setzt beim Beichtenden den Willen zu Umkehr, Reue, gutem Vorsatz und Wiedergutmachung voraus. Die sakramentale Lossprechung durch den Priester ist eine zeichenhafte Hinwendung Gottes zum Menschen, der Vergebung und Neuanfang durch seine barmherzige Liebe ermöglicht.

Beichtgelegenheit und nach Absprache mit dem Pfarrer.

(Quelle: Katechismus der kath. Kirche)

Versöhnung? Mit wem oder was?

Wütend zankte ich mit der Versöhnung: „Es gibt Niemand, mit dem ich mich versöhnen sollte. Das ist längst erledigt. Aller Zwiespalt beseitigt, einen hohen Preis dafür gezahlt. Alles klar, bereinigt, paletti. Also, was willst du noch hier? Mach, dass du fort kommst und lass mich endlich in Ruhe.“

Und die Versöhnung antwortete: „Doch, eine Person gibt es noch, mit der du im Zwiespalt lebst, mit der du haderst und zankst. Sie bringt dich nachts um deinen Schlaf. Sie wirft dein Leben in Abständen durcheinander. Sie stellt Fragen nach dem Warum. Dort türmen sie sich auf zu einem riesigen Berg, weil du die Antworten schuldig bleibst. Sie hält dich gefangen in deinem Gedankenlabyrinth. Diese eine Person bist DU.“

aus Blog: https://septemberfrau.de/versoehnung-faengt-bei-mir-an/

Vergebung

Vergebung

Vergebung kann ein längerer Prozess sein.
Vergebung ist nicht von einem Geständnis abhängig.
Vergebung erfordert keine übereinstimmende Auffassung von der Vergangenheit.
Vergebung bedeutet, mein Recht auf Rache loszulassen.
Vergebung bedeutet nicht vergessen.
Vergebung bedeutet, das Unrecht nicht immer wieder zur Sprache zu bringen.
Vergebung bedeutet nicht, das Verhalten einer anderen Person zu entschuldigen.
Vergebung bedarf vorab einer Entscheidung.
Vergebung bedeutet nicht unbedingt, erneut zu vertrauen.
Vergebung ist Voraussetzung für Neuanfang.
(Luxemburger Kommission JUSTITIA ET PAX)

Gott, wir suchen Frieden:


Für die Menschen in unserem Land.
Für die Menschen in der ganzen Welt.

Wir suchen Frieden mit allem auf dieser Welt.
Wir suchen Frieden zwischen den Religionen.
Wir suchen Frieden zwischen katholischen
und evangelischen Christen.
Wir suchen Frieden in unseren Gemeinden.
Wir suchen Frieden in unserer Kirche.
Wir suchen Frieden miteinander.
Wir suchen Frieden mit uns selbst.
Wir suchen Frieden mit dir.

Gott, wir sehen Kriege.
Wir sehen, dass die Menschen die Erde
nicht gut behandeln.
Wir sehen Hass und Gewalt.
Wir erleben Krisen.

Wir sehen, dass viele Menschen dich vergessen haben.
Aber wir merken: Du bist da.
Wir sehen Zeichen von dir.
Gott, wir danken dir für alle,
die sich für Frieden einsetzen.
Für alle, die sich für Gerechtigkeit
und Versöhnung einsetzen.

Wir danken dir für alle,
die an dich glauben und dich lieben.
Diese Menschen stärken unser Vertrauen auf dich.

Wir danken dir für deinen Sohn,
Jesus Christus.
Wir haben viel von Jesus gelernt.
Jesus hat uns gezeigt:
So leben wir in Frieden.
Das können wir jetzt anderen zeigen.

Wir beten wie Jesus:
Meide das Böse.
Tue das Gute,
Suche den Frieden.
Höre nicht auf mit deiner Suche nach Frieden.

So lass uns Menschen werden,
die das Leben lieben und den Frieden suchen.

Amen.

Versöhnungstage online

Liebe Leserin, Lieber Leser dieser Seiten,

um Sie und andere vor Ansteckung zu schützen wurden alle Veranstaltungen rund um die „Tage der Versöhnung“ vorläufig abgesagt.

Diese Vorlage können Sie ausdrucken, darauf Ihr Anliegen zur Versöhnung notieren und in einer der Kirchen in den Kasten bei den Versöhnungstischen werfen. Sie können uns Ihr Anliegen auch als Mail schicken!

Vergib, um Vergebung zu erhalten

„Wir müssen immer vergeben, daran erinnernd, dass wir selbst Vergebung brauchen. Wir brauchen Vergebung viel öfter, als wir vergeben müssen.“ Johannes Paul II.

Wir können nicht in dem Irrtum verweilen, dass ausschließlich wir anderen zu vergeben haben. Wir sind nicht vollkommen. Früher oder später werden auch wir jemanden verletzen, etwas Falsches tun oder durch unser Verschulden anderen Schmerz zufügen. Wir können nicht Vergebung erwarten, wenn wir selbst nicht in der Lage sind, zu vergeben. (Aus „Gedanken zur Vergebung“)

Seid barmherzig!

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.“ (Lukas 6,36–38)