Tage der Versöhnung

Die Pfarrei Christus Erlöser lädt Sie ein, sich während der Fastenzeit bis 9. April 2020 auf Ihren persönlichen Weg der Versöhnung zu begeben.

Auf dieser Website finden Sie tagesaktuelle Informationen und Inspirationen für Ihren Weg der Versöhnung. Sie können Ihre Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen als „Kommentar“ unter dem jeweiligen „Gedanken zum Tag! mitteilen.

Weiterlesen „Tage der Versöhnung“

Ein Gebet

Herr, da ist der andere, mit dem ich mich nicht verstehe. Er gehört dir, du hast ihn erschaffen, du hast, wenn nicht so gewollt, ihn so gelassen, wie er eben ist.
Wenn Du ihn trägst, mein Gott, will ich ihn auch tragen und ertragen, wie du mich trägst und erträgst. (Karl Rahner / Gotteslob Seite 1053)

Die losen Fäden

Die losen Fäden, die sich um mich legen,
wie Spinnenhaar, die vielen klaren Sätze,
die Zähne auf dem Berg und in Gelegen
die Zeit, die ich im Sturzgefälle schätze,

bezeugen all das Ungesagte, Fremde,
durch das ich ziehe, lalle, ohne Stand,
an blanken Rohren wärm ich mir die Hände
und male Gott an jede leere Wand.

(Christian Lehnert, *1969)

Wunderbare Gnade

Amazing grace! how sweet the sound,
  That saved a wretch; like me!
I once was lost, but now am found,
  Was blind, but now I see.
2’Twas grace that taught my heart to fear,
  And grace my fears relieved;
How precious did that grace appear
  The hour I first believed!
3The Lord hath promised good to me,
  His word my hope secures;
He will my shield and portion be
  As long as life endures.
4When we’ve been there ten thousand years,
  Bright shining as the sun,
We’ve no less days to sing God’s praise
  Than when we first begun.

Die Macht der Gedanken

Es war einmal ein Mann, der hatte seine Axt verloren. Er verdächtigte den Sohn des Nachbarn, die Axt gestohlen zu haben und beobachtete ihn. Die Art, wie er ging, war ganz die eines Menschen, der eine Axt gestohlen hatte. Der Ausdruck seines Gesichtes war ganz der eines Menschen, der eine Axt gestohlen hat. Die Art, wie er redete, war ganz die eines Menschen, der eine Axt gestohlen hat. Aus all seinen Bewegungen und seinem ganzen Wesen sprach deutlich, dass er die Axt gestohlen hatte. Am nächsten Morgen grub der Mann einen Graben vor seinem Haus um und entdeckte dabei die Axt. Da sah er den Sohn des Nachbarn wieder. Seine Bewegungen und sein Wesen hatten nun nichts mehr von einem Axtdieb an sich. (Chinesisches Weisheitsmärchen)

Herr wie du willst

Herr, wie Du willst, soll mir gescheh’n,
Und wie Du willst, so will ich geh’n.
Hilf Deinen Willen nur versteh’n.

Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit,
Und wann Du willst, bin ich bereit.
Heut und in alle Ewigkeit.

Herr, was Du willst, das nehm’ ich hin,
Und was Du willst, ist mir Gewinn.
Genug, dass ich Dein Eigen bin.

Herr, weil Du’s willst, d’rum ist es gut,
Und weil Du’s willst, d’rum hab’ ich Mut.
Mein Herz in Deinen Händen ruht.

(Das „Pater-Rupert-Mayer-Gebet“)

Die Liebe ist das Band

Da Gott euch erwählt hat, zu seinen Heiligen und Geliebten zu gehören, seid voll Mitleid und Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftheit und Geduld. Seid nachsichtig mit den Fehlern der anderen und vergebt denen, die euch gekränkt haben. Vergesst nicht, dass der Herr euch vergeben hat und dass ihr deshalb auch anderen vergeben müsst. Das Wichtigste aber ist die Liebe. Sie ist das Band, das uns alle in vollkommener Einheit verbindet.

Euren Herzen wünschen wir den Frieden, der von Christus kommt. Denn als Glieder des einen Leibes seid ihr alle berufen, im Frieden miteinander zu leben. Und seid immer dankbar! Gebt den Worten von Christus viel Raum in euren Herzen. Gebraucht seine Worte weise, um einander zu lehren und zu ermahnen. Singt, von Gnade erfüllt, aus ganzem Herzen Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder für Gott.

Und alles, was auch immer ihr tut oder sagt, soll im Namen von Jesus, dem Herrn, geschehen, durch den ihr Gott, dem Vater, danken sollt!

(NT, Kolosser 3,12-3,17)

In vier Schritten zur Vergebung

Der Psychologe Robert Enright hat ein Modell für den Weg des Verzeihens entwickelt, der sich in vier Abschnitte gliedern lässt.

  1. Bewusstes Durchleben: Zunächst untersuchen wir als Betroffene eine emotionale Wunde, an deren Folgen wir leiden, und durchleben dabei bewusst Gefühle wie Zorn, Trauer oder Hass.
  2. Entschluss, zu vergeben: Um uns aus der alten Verstrickung zu befreien, entscheiden wir, uns auf das Verzeihen einzulassen, indem wir uns bewusst machen, welche Vorteile damit verbunden sind.
  3. Verständnis: Wir beginnen, an einer neuen Sicht auf den Menschen zu arbeiten, der uns das Leid zugefügt hat. Wir versuchen, Verständnis zu entwickeln, ohne die Tat zu entschuldigen. Wir lernen, das Unrecht, das uns widerfahren ist, als unumkehrbar zu akzeptieren und auf Reaktionen wie Rückzug, Angriff oder den Wunsch nach Rache zu verzichten.
  4. Akzeptanz: Schließlich enthüllt sich die Erkenntnis, dass es guttut, schmerzliche Gefühle und Verhaltens weisen loszulassen und durch Mitgefühl, Großzügigkeit und Wohlwollen zu ersetzen.